Menu
Menü
X

Reformation und Politik

Ostdenkschrift der EKD

Heidemarie Wieczorek-Zeul u. Pfr. Loesch

Heidemarie Wieczorek-Zeul u. Pfr. Loesch

Frau Bundesministerin a. D. Heidemarie Wieczorek-Zeul referierte über die Bedeutung der Ostdenkschrift der EKD aus dem Jahre 1965 als Beitrag zur Versöhnung und zur Gestaltung einer Friedenspolitik

Im Rahmen der umfänglichen Vortragsreihe „Reformation und Politik“, die die Evangelisch-Reformierte Gemeinde Am Marktplatz seit 2014 durchführt, referierte die Bundesministerin a. D. Heidemarie Wieczorek-Zeul über die Bedeutung der Ostdenkschrift der EKD aus dem Jahre 1965 als Beitrag zur Versöhnung und zur Gestaltung einer Friedenspolitik.

Frau Wieczorek-Zeul erläuterte nicht nur die Anliegen der Denkschrift im Einzelnen, sondern zeigte sehr genau auf, inwieweit das mutige Wort der Evangelischen Kirche von damals mitten im Kalten Krieg so etwas wie „die ideologische Grundlage für die Entspannung und Aussöhnungspolitik“ geworden war, die sich mit dem Namen Willi Brandt verbindet und insbesondere dem Wirken der sozialliberalen Koalition ab 1969.

Diese Politik der „Veränderung durch Annäherung“ war ein wesentlicher Baustein für die Veränderungen in Europa am Ende des letzten Jahrhunderts und letztlich auch für den Fall von Mauer und Eisernem Vorhang.

Im zweiten Teil des Vortrags entfaltete die Referentin, welche Impulse von dem mutigen Wort aus der Zeit des Kalten Krieges für heute ausgehen können, angesichts neuer Konflikte in Europa, des Ost-West-Verhältnisses und der Gefahr eines wiederauflebenden Kalten Krieges.

„Es kommt vor allem darauf an, dass die Verhandlungspartner in der Lage sind, sich in die Interessen des anderen hineinzuversetzen und so auf Augenhöhe mit ihm einen herrschaftsfreien Diskurs zu führen“ so Heidemarie Wieczorek-Zeul. In diesem Sinne hält sie ein Wiedererstarken vom KSZE, OSZE und der Bedeutung der Vereinten Nationen für unabdingbar und betonte, dass eine europäische Friedensordnung niemals unter dem Ausschluss von Russland gelingen könne.

Die Anwesenden, die mit der Referentin noch intensiv diskutierten, dankten für einen ermutigenden Abend.


top