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Luther, die Reformation und die Juden

Kritische Töne

Luther, die Reformation und die Juden

Kritische Töne zum Reformationsjubiläum

Der Gemeindesaal der Evangelisch-Reformierten Gemeinde Am Marktplatz war bis auf den letzten Platz und darüber hinaus gefüllt, beim Vortragsabend im Rahmen der Veranstaltungsreihe „500 Jahre Reformation“ zum Thema „Luther, die Reformation und die Juden“.

Als prominenten Referenten hatte die Gemeinde Prof. Dr. Micha Brumlik (Bild) aus Berlin gewonnen, der sich in vielerlei Hinsicht intensiv mit dem Thema befasst hat und dazu auch Etliches veröffentlichte.

Prof. Brumlik redet nicht um den Brei herum, sondern kam immer wieder sehr direkt zur Sache. Obwohl er Luther als eine Gestalt von monumentaler Bedeutung für die Kulturgeschichte bewertete und einordnete, zeigte er aber anhand zahlreicher Quellen auf, dass in Bezug auf das Thema der Akzeptanz der Juden und des Judentums, Luther sogar weit hinter das zurückfiel, was bereits zu seiner Zeit, im Spätmittelalter, an Rechten für Juden existierte.

Nach einer frühen Schrift, die durchaus ohne jede Polemik gegen die Juden auskam und sie im Gegenteil in besonderer Weise würdigte, verfasste Luther gegen Ende seines Lebens eine der schlimmsten Schmähschriften Deutscher Sprache zur Judenfrage.

Prof. Brumlik versuchte aufzuzeigen, das hier schon Grundlegendes aus Luthers Feder niedergeschrieben wurde, was später dann im 20. Jahrhundert zu den schlimmsten Folgen in der Deutschen Geschichte geführt hat.

Er betonte, dass wir Luther nicht nur als bedeutenden Theologen und Kirchenreformer wahrnehmen sollten, sondern eben auch als eine wichtige Gestalt in der Frage politischer Gestaltung und auch in den Fragen der Ökonomie. Hier ist seine Wirkung, wie Brumlik abschließend festgestellte - sieht man auf das Ende - verheerend.

Angesichts solcher Thesen folgte naturgemäß eine sehr lebhafte, kontroverse Diskussion.


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